If I could write.






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Wir waren Singvögel, griechische Götter.


2003 - 2016



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ein feuchter kuss auf die lippen, eine zerbrochene sektflasche. das neue jahr begann genauso trostlos wie das alte aufh?rte.
jahre ziehen an mir vorbei und auf einmal f?hl ich mich erschreckend jung.
1.1.04 19:11


das licht am ende des tunnels kann auch immer ein entgegen kommender zug sein.
8.1.04 23:35


realit?t ist eine l?cke, ein leerer fleck, der durch das definiert wird was ihn umgibt.
sie die viel zu kalte heizung neben der man fr?h an einem wintermorgen erwacht. sie ist der zu laute und kaputte wasserhahn, die zahnpasta die einem von der zahnb?rste f?llt. sie ist der regentropfen, der einem die nasenspitze kitzelt, wenn man zum himmel schaut und feststellt dass man seinen schirm vergessen hat und heute eigentlich auch gar keinen regen m?chte. sie ist die verpasste bahn, das l?cheln des zeitungsjungen, das letzte multivitamin bonbon in der t?te. sie ist der gerissene schn?rsenkel den man gerade fester ziehen wollte um einen kurzen sprint einzulegen. sie ist die tote taube die auf dem kopfsteinpflaster auf dem schlo?platz liegt. sie ist ein blutfleck auf weissen leinen. sie ist die leere schachtel schlaftabletten, die ein junges m?dchen zuvor zu sich genommen hat. der religionenkrieg, paranoia, die nicht unbedingt bedeuten muss nicht verfolgt zu werden. sie ist der regen, der gegen das fenster trommelt, die seile die im sturm gegen den fahnenmast schlenkern. realit?t ist ein stein in unserem kopf.
13.1.04 19:29




regentropfen fallen kalt. zwischen zwei erinnerungen, zwischen zwei h?userw?nden, zwischen zwei atemz?gen bin ich gl?cklich, mal ein herz auf den asphalt.
17.1.04 17:51


wenn das leben nur eine truman-show ist, dann muss der drehbuchautor ein verdammtes genie sein.
18.1.04 21:33


das monster lebt nicht mehr unter dem lattenrost, sondern zwischen federbett und matratze. manchmal erschreck ich mich vor mir selbst.
20.1.04 22:18


lange lag ich da und schaute den himmel an. ein paar kerzen flackerten im hintergrund, warfen ein lichtspiel an die fensterscheibe, spiegelten einen teil meines gesichts. lange sah ich die wolken an. wie sie vorr?ber ziehen, gleich wie watte, gr??er als sie je zuvor empfunden hatte. lange sah ich den schneeflocken zu, wie sie von weit oben den weg ganz nach unten wagen, gezwungen sich wieder in den kreislauf einzuf?gen, wie er schon jahrtausende l?uft. wie sie fallen, erst schnell, dann langsam. schweben, fliegen, wie eine feder im wind. alle schneeflocken zusammen wirken unschl?ssig. wo lang? wo hin? doch jede einzelne wei? anscheinend genau wo sie hin muss. ein platz ist f?r sie bestimmt. sie f?llt und kommt auf, als w?sste sie schon ewigkeiten wo es lang geht. manche flocken freuen sich darauf, andere eher weniger.
lange lag ich da und schaute nur. zwei raben auf der antenne gegen?ber.
ich ?ffne die augen und w?nsche mir die sommerliche hitze zur?ck.
21.1.04 20:27


ich frier irgendwie immer, wenn ich verliebt bin.
24.1.04 20:59


es fing schon alles so unwirklich an. der morgen roch ziemlich frisch, nach rasenschnitt, vorstadt und auch schon ein bisschen nach sommer. doch die k?lte machte den himmel ziemlich hart, auch wenn das regelm?ssige blau von den kondenzstreifen der flugzeuge unterbrochen wurde. die sonne war gerade aufgegangen und so nahm die farbe dieser kondenzstreifen eher den teint von pinker zuckerwatte an, als den von weissen wolken.
es war einfach dieses gef?hl in der luft. klappfahrrad fahren, apfel essen, luftige shorts tragen und die haare offen lassen.
nicht zuletzt gab piet richards zumindest einer der drei jungen m?dchen ein gutes gef?hl im bauch, ja, sogar ein sehr gutes gef?hl.
?ber den h?userd?chern zwitscherten seit langem wieder die v?gel, und obwohl dies ein zeichen des fr?hlings ist, war jenny nicht sehr erpicht darauf dies zu h?ren. das lag weniger an ihrer fr?hlingsunlust als an ihren h?mmernden kopfschmerzen. der gestrige abend war nicht gerade trocken verlaufen.
noch schien alles so fern her, dass die freundinnen bei ihren eltern darum bettelten mit den drei heisstesten jungen der football-mannschaft zum home-coming-dance gehen zu d?rfen. jenny hatte es am schwersten gehabt, doch im endeffekt hatte sie auch den meisten spa?. mit 16 einhalb noch nie richtig gefeiert zu haben war eine schande f?r das trio, und jenny hatte diesbez?glich wohl einiges nachzuholen gehabt.
es war einfach dieses gef?hl: schlechtes gewissen, so sp?t - nein - eher wieder fr?h nach hause zu kommen, doch stolz erwachsen geworden zu sein in der letzten nacht. es war der morgen an dem die drei die schleifchen mit der nagelschere von ihren unterhosen schnitten. und noch ahnte jenny auch nicht, dass die kondenzstreifen den selben farbton hatten wie das badewasser in dem ihre mutter d?mpelte - die pulsadern offen, das k?chenmesser lose in der rechten hand liegen...

26.1.04 15:49


manchmal kann man die seelen sehen, die hinter den h?userw?nden liegen. ich passiere sie t?glich. man kann schicksale sehen, wenn die l?den noch nicht runtergelassen sind. wenn das licht die nacht zerbricht, zeigt sich, dass nicht alles fassade ist.
27.1.04 18:22


Abteilung: Lieblingstextstelle des Monats

... "Wir sind ganz allein in diesem Wahnsinnstal. Vor der ?brigen Welt liegen ringsum die senkrechten Kalkw?nde. Es kommt kein Ger?usch von drau?en rein. Das einzige Ger?usch machen die Wasserf?lle.
Wir stellen uns immer vor, dass wir die Kalkgrube kaufen, wenn die F?rderung eingestellt wird. Wir wollen uns Blockh?user da unten bauen, einen Riesengarten anlegen und Tiere halten und alles da haben, was man zum Leben braucht.
Den einzigen Weg, den es aus der Grube gibt, wollen wir wegsprengen.
Wir h?tten sowieso keinen Bock, je wieder nach oben zu gehen."

Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
27.1.04 18:29





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