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Wir waren Singvögel, griechische Götter.


2003 - 2016



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Zwischen Raduš und Bórkowy hat der Teufel Furchen mit seinem Pflug ins Land gezogen. Die Menschen versuchen, zu glätten, was dazwischen liegt: mit Hofschänken, mit Kahnhäfen, mit Haltestellen, an denen der Bus niemals fährt.
Und streuen heimlich Salz um ihr Haus.
30.3.16 10:51


Landkarten, nicht um zu sehen, wo wir sind, sondern um zu sehen, wo wir hingehen.
18.1.16 06:29


hast du ein zimmer für mich in weimar?
so fängt es meistens an.
wir glauben nicht, wenn wir uns sagen

dass wir uns sehen
dass es schon geht

morgen bin ich in der stadt

heimat steht auf einem briefkasten
zu dem längst keiner mehr einen schlüssel hat
12.8.14 14:48


Zwischen müden Junitagen
(fast Juli und doch noch kalt)
stand ich am falschen Gleis.
Statt Wein nur Wünsdorf,
statt Sofa Zossen,
jagt es mich durch's Land.
Die Hochkabel geißeln
schneller als ich dich in Ortsschildern lesen kann.
24.7.13 17:18


Bruchstücke eines lang vergangenen Sommers III

Strohhartes Gras
und des Sommers Sonnenschattenpracht
von Hitze gänzlich umschlossen

Am Wegesrand ein schwarzer Käfer
ein Fantast

Er schert sich nicht um Sorg' und Leben,
nicht um den runden Kieselstein
und schon gar nicht um hektisches Menschenleben

Ein Jägersitz
der Flur und Eb'nen brauner Holzpalast

Und dort ein Obstgarten
hineinplatziert und elegant vergessen

am Himmel nur ein heller Fleck
bloß da, um seinen Blick am Nichts zu messen
10.9.12 20:26


Bruchstücke eines lang vergangenen Winters I

Und die Stadt wird ganz leise, in all dem Schneepulver, das wie eine Melodie vom Himmel hinunterschwebt. Ein Mann fragt mich, ob es nicht ein ziemliches Sauwetter sei, ja, sage ich, obwohl ich finde, dass alles wunderbar zuckrig aussieht und die Stille so schön ist. Die Stille. Kein Schall, klein Klang dringt durch den Flockennebel und wenn etwas laut genug ist und den Schleier durchbricht, dann aber mit aller Macht: die ratternden Bahnen, das Surren des Fahrkartenautomats, die Turmuhr, die brachial den Stundentakt donnert. Ich hinterlasse noch schnell - klack klack - ein paar Fußspuren in der Schneedecke.

2005
10.9.12 20:17


Bruchstücke eines lang vergangenen Sommers II

Mit dem Zeitgeist wirst du gehen
Ich komm ohne wegzugehen niemals an
Und dann?
Was mir noch bleibt
Gedankensand, zwei kostbare Zitronenfalter
Ich halt sie in der hohlen Hand
Lass ich sie jemals fliegen?
Ich verlauf mich in der Möglichkeit
Heimat, kann ich dich jemals einsam lieben?


2005
28.8.12 20:06


Bruchstücke eines lang vergangenen Sommers I


Vielleicht wollen wir alles

Espresso, Lederschuhe, teure Kugelschreiber
Eine Reise zum Mont Blanc, Karten für Shakespeare
Unseren Sommernachtstraum live und in Farbe, Prinzipienreiter
Flexibilitätsbedarf, Bambusteppich, Darmbakterien in Joghurtbechern
0,1 Prozent Fett, große Sofas, Ballkleider
Lukrativen Selbstmord, Autodidaktik, Selbstkritik
Französischen Tanztee, die Suhrkamp Bibliothek, chinesische Seide
Große Reise - Große Fahrt
Postkartenformatige Sehenswürdigkeiten
Hotel mit Vollpension
Erinnerungen all inclusive
Private Villa, Chaiselongue und Klubmusik
Swimmingpool neben dem Meer, geht schon
Unfallvermeider, Gesellschaftsauscheider, Salonumkleider

braucht keiner.

2005
28.8.12 19:59


Ich wär' so gerne ein Atom
ich könnt mit allem fusionieren
als Natrium mit H2O
zu einem Inferno explodieren
Teil von Pyrotechnik sein
als Barium mich laut entflammen
ein Dutzend Isotope haben
nach Sekunden nur zerfallen

Ich wär so gerne ein Atom
neutral, gesättigt
faul und feist
als Radium zu oszillieren
und unentdeckt in Ewigkeit
nur theoretisch existieren

Ich wär so gerne ein Atom
dann könnt ich ausrasten!
          mich aufladen!
als Pollonium russische Spione vergiften!

- und bescheiden, leise und geheim
wie Kohlen- Stick- und Sauerstoff
der Ursprung von fast allem sein

Was wär ich gerne ein Atom
dann wär ich niemals nie allein
Ach - könnt ich doch nur ein Atom
unter Fantastilliarden anderen sein
28.8.12 19:48


Stadt bei Dämmerung

Honigfarbener Mantel,
den du auf dir trägst.

Eine Augenbraue hochgezogen,
ein Zwinkerlicht fast bei Nacht.

Die Wärme des Betts
kurz nach dem Aufstehen.

Wir verlassen den Bahnhof
und atmen tief ein.
4.4.12 11:03


Innenleben

Winterpendeln aus der Stadt nach Hause, das Innere
des Waggons wird ein Wohnzimmer. Romane und Rätselhefte

Tee und Toast mit Marmelade, alle Exponate
eines heimischen Abends mit Fremden geteilt.

während der Zug durch die Haltestellen stottert. Plattenbauten weichen
den niedrigen Wohnungen und geweißten Neubauten. Dunkel

hinter den Fenstern, Bäume - ein Gerippe aus Luft. Ausweichende Äste
erheben sich zu Menschlichem: Arterien der Lunge,

Finger der Hand, die einen Atemzug nehmen - Vergnügen
im Dunkel anderer Räume - schaffen doch keine Verbindung.

Der Fernsehturm - ein Minarett über der Mitte der Stadt, sticht den Himmel, pulsiert das Licht,
blinkt, bittet uns zurück, als wir die grauen Bahnsteige betreten, kurzzeitiges uns

geteilt in ein jeweils, die nun in getrennte Häuser gehen
auf Straßen mit vorhersehbaren Namen.

übersetzt nach Interior life von MDL
23.2.12 08:20


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Großstadttropen
Eiskaffee
Sonnenbrillen Hosenträger

im Untergrund
dein Wasserfall
26.8.11 17:18


wo du begannst
da enden wir

jahrtausende im rücken
26.8.11 17:17


jetzt trennt uns der Nebel
die großen Schwingen
reißen meine Füße
von deinem Grund

über mir
eisklares Sonnenlicht
26.8.11 17:16


vielleicht
ist hier mehr als nur ein Wort

vielleicht
hält uns der Nebel hier

vielleicht
macht uns der Regen bleiben

vielleicht
sind es doch nur wir

vielleicht
hören wir diesen ewigen Ort

doch vielleicht

ist vielleicht
hier doch nur ein Wort
26.8.11 17:16


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